Benno Feuerohr

07 Die neue Gouvernante Elisabeth

Eines kalten Winterabends klopft eine einsame in Decken gehüllte Frau an die Schlosstore von König Benno. Draußen heulen der Wind und die Wölfe um die Wette. „Bitte lasst mich herein, mir ist so bitter kalt“ ruft die Frau den Wachen zu. Ritter Elia hat gerade Wachdienst und befiehlt die Frau einzulassen. „Lasst sie herein! Wir können keine Frau bei den Wölfen lassen!“ Da die Frau vor Kälte so stark zittert gibt man ihr zunächst eine wärmende Suppe. Nachdem die Frau ihre Suppe gegessen hat, fragt Ritter Elia sie nach ihrem Namen, und warum sie in so einer ungemütlichen Nacht hier klopft. „Ich bin Gouvernante Elisabeth aus St. Vitium. Ich wurde von den Leuten aus Paderbornium verjagt.“ „Warum denn das? fragt Ritter Elia. „Hast du etwas angestellt?“ „Ich habe zweimal geheiratet.“ antwortet Elisabeth. „Auf einmal?“ fragt Ritter Elia. „Nein! Nacheinander!“ entrüstet sich Elisabeth. “Wo ist denn dein Mann? fragt Ritter Elia. „Wir wurden unterwegs von den Wölfen angegriffen und dabei voneinander getrennt!“ antwortet Elisabeth. „Bitte sucht meinen Mann und rettet ihn vor der Kälte.“ Ritter Elia darf nicht einfach losreiten. Er muss erst mit König Benno sprechen. König Benno ist nicht davon erfreut geweckt zu werden. Als er hört, warum, und um wen es ging, befiehlt er Ritter Elia, sofort einen Suchtrupp mit Fackeln loszuschicken. König Benno lässt für Elisabeth ein Zimmer herrichten, und schickt nach dem Koch. Er solle zwei heiße Becher Kakao in die Bibliothek bringen. König Benno kennt Gouvernante Elisabeth. Sie war einst auch seine Gouvernante. Während sie den Kakao trinken, fragt König Benno Gouvernante Elisabeth, wie es ihr ergangen ist, seit der Zeit, als er St. Vitium verlassen hatte. Gouvernante Elisabeth berichtet. König Benno findet, dass das alles sehr merkwürdig sei. Er beschließt, am nächsten Morgen nach den Leuten von St. Vitium zu schicken. Dann gehen beide schlafen.
Sie können jedoch beide kein Auge zumachen. In der Zwischenzeit finden Ritter Elia und sein Suchtrupp den Mann von Elisabeth. Er sitzt auf einem Baum und hat immer noch Angst vor den Wölfen. Die Wölfe sitzen unter dem Baum und warten, dass er herunter kommt. Ritter Elias Leute verscheuchen die Wölfe mit ihren Fackeln. Knurrend und jaulend laufen sie davon. Endlich kommt der Mann vom Baum herunter. „Habt ihr Elisabeth gesehen?“ fragt er besorgt. „Die ist im Schloss von König Benno!“ antwortet Ritter Elia. „Es geht ihr gut.“ Er ist erleichtert und sagt, dass er Bernd heißt. Und irgendwas mit „Ein Fuchs rennt vor Wölfen weg…“ murmelt er noch. Ritter Elia nimmt ihn mit in das Schloss. Elisabeth freut sich, als sie Bernd sieht. Der Mann und auch Ritter Elias Leute bekommen eine heiße Suppe. Anschließend gehen alle ins Bett und schlafen sofort ein. König Benno wird noch kurz benachrichtigt, sodass er auch gut schlafen kann.
Am nächsten Morgen schickt er Boten mit einer Nachricht nach St. Vitium. In dieser Nachricht steht, dass alle Bewohner von St. Vitium in sein Schloss kommen sollen.
Gegen Mittag treffen die Leute aus St. Vitium ein. König Benno fragt die Leute was das denn soll, die arme Frau einfach davon zu jagen. Die Leute von St. Vitium sind empört und sagen: „Wir wollen Elisabeth alle behalten, weil sie eine gute Gouvernante ist! Aber der Kindergarten gehört den Leuten aus Paderbornium. Und die sagen, es geht nicht, dass eine Gouvernante ein zweites Mal heiratet.“ „Und was hat das Eine jetzt mit dem Anderen zu tun?“ fragt König Benno. Ein Raunen geht durch die Menge. Viele von König Bennos Leuten schütteln den Kopf. „Du kannst erst einmal hier bleiben, bis du eine neue Stelle gefunden hast. Und mit den Leuten aus Paderbornium werde ich auch noch schimpfen!“
Und so beschließt König Benno, dass er die Leute aus Paderbornium keine Kindergärten und Schulen mehr bauen lassen wird. Leute mit so viel Unverstand sollen keine Kinder mehr erziehen und unterrichten dürfen. Und so kommt es, dass König Benno seine Schulen und Kindergärten selber bauen lässt.